Aufgaben und Verhalten des pädagogischen Teams
Es ist uns wichtig, das Kind mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Unsere Pädagogik kennzeichnet sich dadurch aus, dass nicht über das Kind hinweg, sondern mit dem Kind gemeinsam entwickelt und geplant wird. Die Altersspanne von 2-6 Jahren wird in altersentsprechenden Angeboten berücksichtigt, die die unterschiedlichen Entwicklungsbereiche der Kinder einbeziehen. Für uns ist jedes Kind von Geburt an ein eigenständiges Wesen, dessen Gefühle und Bedürfnisse respektiert und berücksichtigt werden müssen. Wir gehen davon aus, dass Kinder selbst Experten in eigener Sache sind, denn sie wissen am besten, was sie wollen und brauchen.
Die Erzieher sind Ansprechpartner für die Kinder, geben ihnen Trost, Geborgenheit, Schutz und Sicherheit. Es liegt in ihrer Verantwortung, einen Alltag zu gestalten und zu erhalten, den die Kinder überschauen können, der ihnen Sicherheit gibt, aber auch einen auffordernden Charakter besitzt und sie animiert, sich mit ihm auseinander zu setzen. Es ist Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, die Kinder immer wieder aufzufordern, sich zu beteiligen, und sie ihrer Persönlichkeit, ihrem Entwicklungsstand und ihrem Alter entsprechend in die Verantwortung zu nehmen. Dabei muss das Teamverhalten als auch das Verhalten jedes einzelnen Teammitglieds sicherstellen, dass alle Kinder sich im gemeinsamen Handeln, Spielen und Lernen als kompetent erfahren können.
Wir möchten, dass die Kinder in die Kita gehen wollen und nicht das Gefühl haben, sie seien gezwungen. Unsere Kita ist kein künstlich geschaffener Raum, in dem die Kinder von der Umgebung abgeschottet sind. Wir wollen die Kita mit dem Leben der Kinder füllen, das Umfeld und die Umgebung der Kita und die Umwelt erforschen und erobern. Die Kita ist dabei auch ein Schutzraum für die Kinder, was aber nicht heißt, dass das reale Leben vor der Tür gelassen wird. Die Kinder bringen die Dinge, die sie beschäftigen, mit in die Tagesstätte. Unterstützt von den Erwachsenen können sie sie hier bearbeiten und ihr Erlebtes mit anderen teilen und/oder weiterentwickeln.
Wir beteiligen Kinder so früh wie möglich an Entscheidungsprozessen und übergeben ihnen ihrem Alter, ihrem Entwicklungsstand und ihren Fähigkeiten entsprechend Verantwortung. So lernen sie Kreativität, Ausdauer und Weitsicht. Indem sie als eigenständige Wesen respektiert werden, stärken wir ihr Selbstbewusstsein. Sie verinnerlichen demokratische Prozesse und lernen, Rücksicht zu nehmen, Kompromisse zu schließen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Die Kinder machen die Erfahrung, dass man sich engagieren muss, um etwas zu bewirken, und lernen, mit Frustration umzugehen. Sie haben das Gefühl, dazu zu gehören und mitbestimmen zu können. Sie sollen feststellen, dass ihre Meinung wichtig ist und ge- und beachtet wird und dass sie Einfluss haben auf das, was um sie herum passiert. Durch die Altersmischung, aber auch durch das alltägliche Zusammenleben von nicht behinderten Kindern und Kindern mit Behinderung werden diese Prozesse noch intensiviert. Im sozialen Umgang soll es für die Kinder zur Selbstverständlichkeit werden, Hilfestellung zu leisten und Unterschiede anzuerkennen.
Diese auch unter dem Stichwort der Partizipation zu subsumierenden Aspekte verstehen wir als Teil unseres Bildungsauftrages. Neben der Förderung von Kindern u.a. im kognitiven, psychomotorischen, sensorischen, sprachlichen und mathematischen Bereich ist für uns die Entwicklung von Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Identität Grundlage jedes Bildungsprozesses.
Wir gehen davon aus, dass Kinder sich niemals nur in einem der oben angesprochenen Bereiche entwickeln. Jedes Tun des Kindes ist immer auch ein komplexer Prozess des Erforschens, des Verstehens, des Weiterbearbeitens und des Weiterentwickelns. Dieser Komplexität Rechnung zu tragen, ist Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte. Bei der Planung von Angeboten und Projekten müssen diese immer auch auf ihre Vielschichtigkeit hin überprüft werden, damit die Weiterentwicklung jedes einzelnen Kindes gefördert wird. Die dabei gesetzten Ziele sind Maßstab für die Durchführung, die spätere Reflexion und die Weiterentwicklung.
Bei der Bildungsarbeit mit behinderten Kindern muss immer auch die Art und der Grad der Behinderung mit in die Planung, Durchführung und Reflexion einbezogen werden.